Du lebst mit Post COVID oder ME/CFS, und Wissen ist längst nicht mehr dein Problem. Du kennst Pacing, du kennst PEM, du hast gelesen, was helfen soll. Trotzdem scheitert es im Alltag: an gut gemeinten Ratschlägen, am Druck, normal zu funktionieren, an Maßnahmen, die schon einmal zu einem Rückschlag geführt haben. Dazu das Gefühl, sich ständig erklären zu müssen. Genau hier setzt das Post COVID und ME/CFS Coaching an. Nicht bei noch mehr Information, sondern bei der Umsetzung. Oder kurz: Arbeite mit dir statt gegen dich.
Warum Gegenhalten bei Post COVID und ME/CFS nicht funktioniert.
Weil deine Belastungsgrenze hier keine Trainingsgrenze ist. Wer sie überschreitet, wird nicht belastbarer, sondern kränker.
Der Fachbegriff dafür ist post-exertionelle Malaise, kurz PEM: eine deutliche Verschlechterung nach Anstrengung, die oft erst Stunden oder einen Tag später einsetzt und Tage bis Wochen anhalten kann. Anstrengung heißt dabei nicht nur Sport. Ein Telefonat, ein Einkauf, ein Arzttermin oder ein Abend mit vielen Menschen können ausreichen.
Das ist der Grund, warum medizinische Fachgesellschaften inzwischen ausdrücklich davon abraten, Menschen mit ME/CFS nach dem Dekonditionierungskonzept zu aktivieren. Was bei vielen anderen Erkrankungen hilft, richtet hier Schaden an.
Der schwierigste Teil daran ist selten das Wissen. Schwierig ist, dass fast alle Betroffenen ein Leben lang trainiert haben, über ihre Grenzen zu gehen: im Beruf, in der Familie, im eigenen Anspruch an sich selbst. Genau dieses Muster muss sich umkehren. Das geht nicht über Nacht und nicht allein durch Einsicht.
Was das Coaching leisten kann und was nicht.
Es behandelt deine Erkrankung nicht. Es verändert deinen Umgang damit.
Möglich ist zum Beispiel:
Eine realistische Einschätzung deiner aktuellen Situation.
Ein bewussterer Umgang mit deiner Energie.
Klarere Kommunikation mit deinem Umfeld.
Spürbar weniger Überforderung im Alltag.
Ein Alltag, der berechenbarer wird.
Handlungsfähigkeit an den Stellen, an denen sie möglich ist.
Und was ich dir nicht verspreche: schnelle Lösungen und dass alles wieder wie früher wird. Coaching ist keine medizinische Behandlung und keine Heilung. Wer dir bei ME/CFS Heilung verspricht, sollte dich misstrauisch machen.
Drei Sätze beschreiben, wie ich dabei arbeite: realistisch statt idealistisch, strukturiert statt überfordernd, wirksam statt gut gemeint.
Dass ich diese Haltung so deutlich vertrete, hat einen persönlichen Grund. Ich bin selbst seit 2023 an Post COVID und ME/CFS erkrankt. Du musst mir also nicht erklären, was PEM bedeutet oder wie es sich anfühlt, wenn ein guter Tag am nächsten Tag bezahlt wird.
Wie das Coaching abläuft, wenn Energie die knappste Ressource ist.
Der Rahmen richtet sich nach deiner Energie und nicht umgekehrt.
Die Termine finden online statt, sie können kürzer ausfallen, und die Abstände dazwischen richten sich nach deiner Belastbarkeit statt nach einem festen Rhythmus. Wenn du kurzfristig absagen musst, brauchst du dafür keine Begründung. Das ist keine Ausnahme, sondern Voraussetzung dafür, dass eine Begleitung bei dieser Erkrankung überhaupt funktionieren kann.
Inhaltlich geht es meist um vier Dinge:
Deine Energie sichtbar machen und deine Grenze überhaupt erst erkennen.
Entscheiden, wofür die vorhandene Energie eingesetzt wird und wofür bewusst nicht.
Das Umfeld einbeziehen, von der Familie bis zum Arbeitgeber.
Einen Umgang mit Rückschlägen finden, ohne jedes Mal von vorn anzufangen.
Dazu gehört noch ein Punkt, der leicht untergeht: Deine Grenze ist nicht für alle Zeit festgelegt. Wer verlässlich innerhalb seiner Belastbarkeit bleibt, statt sie immer wieder zu überschreiten, gibt dem Körper überhaupt erst die Chance, dass sich der Rahmen mit der Zeit wieder weitet. Innerhalb dieses Rahmens ist mehr Veränderung möglich, als es am Anfang aussieht.
Die Schritte sind dabei bewusst klein. Nicht weil größere nicht denkbar wären, sondern weil kleine Schritte die einzigen sind, die sich halten lassen. Der erste davon ist ein kostenloses Kennenlerngespräch.
Fazit: Der Unterschied zwischen aushalten und gestalten.
Mit dir statt gegen dich zu arbeiten bedeutet, aufzuhören, gegen eine Grenze zu drücken. Stattdessen gestaltest du innerhalb dieser Grenze. Das ist mühsam, und es dauert. Es macht die Erkrankung nicht weg, aber dein Alltag verändert sich. Er wird berechenbarer, und Berechenbarkeit entlastet bei dieser Erkrankung am meisten. Du weißt wieder, womit du rechnen kannst. Du triffst Entscheidungen, statt sie deinem Zustand zu überlassen. Genau das ist der Unterschied zwischen aushalten und gestalten.
Wenn du schauen möchtest, ob das für dich passt: Das Kennenlerngespräch bei spoonie ist kostenlos, unverbindlich und darf so kurz sein, wie du es brauchst.
Häufige Fragen zum Post COVID und ME/CFS Coaching.
Ja, wenn es auf Aktivierung setzt. Ansätze, die Betroffene schrittweise zu mehr Belastung anleiten, können eine post-exertionelle Malaise auslösen und den Zustand verschlechtern. Medizinische Fachgesellschaften raten davon inzwischen ausdrücklich ab. Eine Begleitung, die zu dieser Erkrankung passt, arbeitet in die andere Richtung: Sie hilft dir, deine Grenze zu erkennen und darunter zu bleiben. Frag im Erstgespräch ruhig direkt danach.
Nein. Viele Menschen warten lange auf eine Diagnose oder bekommen nie eine eindeutige. Für die Arbeit am Alltag ist entscheidend, wie deine Belastbarkeit gerade aussieht, nicht welcher Begriff im Arztbrief steht. Die medizinische Abklärung ersetzt das Coaching allerdings nicht. Beides läuft nebeneinander, und die Abklärung bleibt wichtig, weil sich manche Ursachen behandeln lassen.
Genau darauf ist der Rahmen ausgelegt. Die Termine finden online statt, sie können kürzer ausfallen, und die Abstände richten sich nach deiner Belastbarkeit. Wenn du kurzfristig absagen musst, brauchst du dafür keine Begründung. Auch das Kennenlerngespräch darf kurz sein. Es geht nicht darum, ein Programm durchzuziehen, sondern darum, dass die Begleitung zu deinem Zustand passt.
Ich weiß, dass bei schwerer Betroffenheit schon ein Gespräch eine enorme Anstrengung sein kann. Deshalb gibt es keine feste Regel, wie viel Austausch möglich sein muss. Manchmal tragen ein paar Minuten, manchmal ist auch das zu viel, und beides ist in Ordnung. Wenn es für dich gerade nicht geht, können wir auch über Angehörige ins Gespräch kommen, die deinen Alltag mittragen. Wie wir vorgehen, entscheiden wir gemeinsam und in deinem Tempo, ohne dass du dich dafür erklären musst.
Quellen.
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